Erster Schüleraustausch mit Tielt, Belgien
Wir, der Jahrgang 10 der Luise-Büchner-Schule, hatten dieses Jahr das erste Mal die Möglichkeit, an einem Schüleraustausch mit einer der Partnerstädte von Groß-Gerau teilzunehmen: Tielt in Belgien. Die Idee für den Austausch hatten zwei Lehrer von unserer Schule, Herr Batz und Frau Damwitz. Sie haben sich letztes Jahr im Sommer mit der Stadt Tielt und der Schule “De Bron” in Kontakt gesetzt, und mit ihnen gemeinsam angefangen, diesen Austausch zu planen.
Unsere Tage in Tielt
Und dann war es auch schon so weit - am 6. Februar machten wir uns mit dem Zug Vormittags auf den Weg nach Tielt und kamen pünktlich um ca. 17 Uhr an, wo wir direkt von unseren Austauschpartnern und Gastfamilien in Empfang genommen wurden. Den restlichen Abend hieß es dann erstmal ankommen und sich gegenseitig kennenlernen.
Samstags war Vormittags erstmal Programm dran: Es gab einen Empfang im Stadthaus und es wurden Kennlernspiele gespielt, danach wurde in Kleingruppen noch eine Tour durch die Stadt durchgeführt. Den restlichen Samstag und Sonntag hatten wir Freizeit mit unseren Austauschpartnern und in den Gastfamilien. Mehrere von meinen Freunden und ich durften mitkommen zu dem sogenannten “KSA”, einem Jugendverein, in dem wir draußen mehrere Spiele gespielt haben, was sehr viel Spaß gemacht hat. Sonntags waren die meisten in Brügge, Antwerpen oder am Meer.
Montags und dienstags ging es dann in die Schule - nach den normalen belgischen Schulzeiten bis 15:55! Montags wurden wir nach dem gemeinsamen Frühstück in Gruppen aufgeteilt und haben den Unterricht besucht und eine Tour durch die Schule unternommen. Meine Eindrücke von der Schule: Sie ist auf jeden Fall größer, vorallem mit mehr Fachräumen - sogar einer nur für Mathe. Die Schüler müssen für fast jedes Fach den Raum wechseln.
Anschließend wurden wir dann noch in das gemeinsame Thema eingeführt: Cultural Heritage. Die belgischen Schüler mussten vorher schon verschiedene Gebäude in Tielt raussuchen, die leer stehen und nicht mehr im Gebrauch sind. Zusammen haben wir uns diese Gebäude angeschaut und durften dann entscheiden, für welches wir einen Plan für eine mögliche Nutzung in der Zukunft entwerfen wollen. An diesen Projekten haben wir dann den restlichen Montag und Dienstag gearbeitet, um sie dann dienstagabends bei einem Elternabend vorzustellen. Dort konnten die Eltern dann abstimmen, welche Idee sie am besten finden. Gewonnen hat die alte Mühle, die in eine Sternenwarte mit einer kleinen Farm umgewandelt werden sollte.
Und dann war der letzte Tag in Belgien gekommen. Sowohl wir wie auch die belgischen Schüler sind zusammen nach Gent gefahren, wo wir eine kleine Führung bekommen haben und dann noch Freizeit in der Stadt hatten. Später am Nachmittag kam auch schon unser Zug, und wir mussten erstmal Abschied nehmen.
Die belgischen Schüler in Groß-Gerau
Doch nach dem Austausch hieß vor dem Austausch: Jeden Montag wurde weiter fleißig vorbereitet, Touren durch die Stadt und die LBS und Wochenendausflüge geplant. Am 6. März haben wir uns endlich wieder gesehen.
Samstagvormittags ging es auch erstmal mit einem kleinen Empfang mit dem Bürgermeister und eine Tour durch Groß-Gerau los. Am Nachmittag hatten wir wieder Freizeit, die die meisten von uns in Darmstadt verbracht haben, wo wir uns alle zusammen abends zum Abendessen getroffen haben. Sonntag ging es wieder auf Ausflüge, zum größten Teil in verschiedene Städte wie Mainz, Wiesbaden oder Heidelberg.
Montags ging es dann natürlich in die Schule. In der ersten Stunde hat nach einer Begrüßung durch die Schulleitung der Chor von Herr Meyer-Ponstein für uns zwei Lieder gesungen, was uns sowie den Belgiern sehr gut gefallen hat. Anschließend ging es auf eine Tour durch die LBS und nach der ersten Pause in den Unterricht für 45 Minuten, je nach dem Stundenplan von uns deutschen Schülern. Im Anschluss haben wir uns in der Küche getroffen, wo wir alle zusammen ein gemischtes Mittagessen aus deutschen und belgischen Speisen gekocht haben.
Am Nachmittag hatten wir die große Ehre, den alten Jüdischen Friedhof zu besuchen und eine Tour von dem Pfarrer Walter Ullrich zu bekommen, der uns von dem jüdischen Leben in Groß-Gerau erzählte. Dienstag ging es dann in der Schule weiter mit dem Thema, mit dem Fokus auf den Stolpersteinen bei uns in Groß-Gerau. Danach war es wieder Zeit für Gruppenarbeit, in der wir in Gruppen von vier Schülern uns eine jüdische Familie oder Person aussuchen durften, zu der wir rechechierten und ein Plakat entwarfen. Auch diesmal haben wir Abends einen Elternabend mit großem Buffet organisiert, an dem wir unsere Arbeit vorstellen konnten. Unsere Lehrer werden sich darüber hinaus dafür einsetzen, dass unsere Plakate auch im Stadthaus zu sehen sein werden.

Mittwochs war dann auch schon der letzte Tag und wir fuhren alle zusammen nach Frankfurt. Dort besuchten wir das Jüdische Museum, in dem uns ausführlich über das Leben von Juden, vorallem in Frankfurt, während aber auch nach dem zweiten Weltkrieg erzählt wurde. Nach diesem Besuch hatten wir noch ein paar Stunden Freizeit, in denen wir einfach noch Zeit miteinander verbringen konnten, denn um 16 Uhr hieß es dann schon Abschied nehmen am Bahnhof und nach vielen Umarmungen und sogar einigen Tränen mussten die belgischen Schüler ihren Zug zurück nach Tielt nehmen, während wir wieder in den nach Groß-Gerau gestiegen sind.
Mein Fazit
Für mich persönlich war dieser Austausch eine tolle Erfahrung. Man lernt neue Leute kennen, ein anderes Schulsystem in einem anderen Land, verbessert ein bisschen sein Englisch und hat viel Spaß. Ich hoffe, dass dieser Austausch neuer fester Bestand an unserer Schule wird und kann jedem zukünftigen Zehntklässler an der LBS nur empfehlen, ihn dann zu machen – ob nach Tielt oder vielleicht sogar in eine andere Partnerstadt von Groß-Gerau.
Antonia Klink, 10d; Fotos (BATZ) weitere Bilder werden noch eingesetzt.
