„Pflege der Erinnerung“ – Klasse 7h engagiert sich bei den Interkulturellen Wochen
Im Rahmen der Interkulturellen Wochen in Groß-Gerau hat die Klasse 7h der Luise-Büchner-Schule an dem Aktionstag „Pflege der Erinnerung“ teilgenommen und ein starkes Zeichen für Respekt, Verantwortung und ein aktives Gedenken gesetzt. Unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt!“ widmeten sich die 30 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Deutschunterrichts intensiv dem Schicksal der ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Stadt.
Gemeinsame Vorbereitung und Ausstellung in der Stadtkirche
In der Vorbereitung arbeiteten die Jugendlichen der Klasse 7h in sechs Gruppen, um die Lebensgeschichten verschiedener jüdischer Familien aus Groß-Gerau zu recherchieren und auf Plakaten festzuhalten.
Zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Prälat-Diehl-Schule sowie den Konfirmandinnen und Konfirmanden von Pfarrerin Josephine Haas, die die Jugendlichen gemeinsam mit Wolfgang Prawitz vom evangelischen Dekanat in der Stadtkirche Groß-Gerau begrüßte, schauten sie sich zunächst eine Ausstellung über die Geschichte jüdischen Lebens in Groß-Gerau an.
Reinigung der Stolpersteine und Begegnungen vor Ort
Anschließend ging es für die Klasse in die Straßen von Groß-Gerau: Ausgerüstet mit Putzutensilien machten sich die Jugendlichen daran, die Stolpersteine vor den ehemaligen Wohnhäusern im Stadtgebiet gründlich zu reinigen und wieder zum Glänzen zu bringen.
Während der Reinigungsaktion entstanden wertvolle Begegnungen: Die Jugendlichen kamen vor Ort mit Patinnen und Paten der Stolpersteine sowie mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch, die die Aktion aufmerksam verfolgten und lobten.
Erinnerungskultur ist wichtiger denn je
Doch der Tag hielt auch nachdenkliche Momente bereit: Einige unfreundliche Kommentare von Passanten zeigten den Schülerinnen und Schülern auf eindringliche Weise, wie notwendig und aktuell die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist. Gerade heute ist eine lebendige Erinnerungskultur unverzichtbar, um ein bewusstes Zeichen gegen Ausgrenzung, Antisemitismus und Rassismus zu setzen und daran zu erinnern, dass Menschenrechte und demokratische Werte keine Selbstverständlichkeit sind.
Beim Abschluss in der Stadtkirche wurden die Erfahrungen der einzelnen Gruppen nochmal ausgetauscht und die Schulleitungen beider Schulen lobten ausdrücklich den Einsatz der Mädchen und Jungen.
Die Klasse 7h hat mit ihrem Engagement – Hand in Hand mit den anderen beteiligten Gruppen – gezeigt, dass Erinnern mitten im Leben stattfindet: für eine tolerante, respektvolle und offene Gesellschaft.
Text+ Fotos: SRS